Vieles spricht dafür, dass der Georgi-Ritt seinen Ursprung in vorchristlicher Zeit hat. Die Jahreszeit und die Tradition österlicher Flurumritte deuten auf einen altheidnischen Segensbrauch hin. Im Laufe der Jahrhunderte passte sich der Ritt dem religiösen Wandel an. Zunächst einer heidnischen Gottheit gewidmet, stand er später im Zeichen der Heiligen Vitus, Stephanus oder Leonhard, bis er schließlich dem Heiligen Georg zu Ehren seine größte Blüte erlebte.
VOM URSPRUNG BIS HEUTE
Georgiritt eine lange Tradition
Der Georgi-Ritt in Traunstein zählt zu den ältesten und bedeutendsten Pferdewallfahrten in Altbayern. Bereits 1925 schrieb der Traunsteiner Apotheker Schierghofer: „Kaum ein Volk sei so reich an alten, sinnigen Bräuchen wie das bayerische und kaum irgendwo hätten sich diese so lebendig erhalten, wie hier.“
Als Mittelpunkt des Chiemgaus bewahrt Traunstein diesen uralten Volksbrauch.
Am Ostermontag ziehen Ross und Reiter zum Ettendorfer Kircherl, das dem Heiligen Vitus und der Heiligen Anna geweiht ist. Der heilige Vitus gilt seit dem 8. Jahrhundert als verehrter Viehpatron.
Ursprung und Entwicklung
Historische Belege
Das genaue Alter des Ritts ist nicht bekannt. Der älteste schriftliche Nachweis findet sich in einer Ettendorfer Kirchenrechnung aus dem Jahr 1762 mit dem Eintrag: „Am Ostermontag als man die Pferde zu segnen hiehero gebracht, 5 fl.“ Eine weitere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1785. Der Stadtpfarrmesner Permaneder vermerkte für den Ostermontag: „Heute ist zu Ettendorf der gewöhnliche Ritt und ein von den Bauern bezahltes Amt, um 7 Uhr, welches gemeiniglich der Herr Pfarrer selbst haltet.“
Lebendige Tradition
Wie viele alte Bräuche erlebte auch der Georgi-Ritt Zeiten des Glanzes und des Niedergangs. Im Jahr 1804 wurden Umzüge und Ritte verboten, 1833 jedoch durch königliches Reskript wieder erlaubt und neu belebt. Nach 1870 geriet der Ritt erneut in Vernachlässigung, sodass sein Fortbestand zeitweise gefährdet war. Durch die enge Zusammenarbeit des St.-Georgs-Vereins mit der Pfarrei St. Oswald und der Stadt Traunstein, wurde 1981 der Georgiverein gegründet. Der Georgiritt ist heute wieder fest im religiösen und kulturellen Leben verankert und für die Zukunft gesichert.
Der Georgi-Ritt in Traunstein
Bis heute bildet die feierliche kirchliche Benediktion am Ettendorfer Kircherl, weit über den Stadttoren, den Höhepunkt des Georgi-Ritts. Dabei wird der Segen für Pferde und Reiter, sowie für Haus und Hof erbeten. Diese Segnung ist Ausdruck lebendigen Glaubens und gelebter Tradition.
Kirchlicher Höhepunkt
Bis heute bildet die feierliche kirchliche Benediktion am Ettendorfer Kircherl, weit über den Stadttoren, den Höhepunkt des Georgi-Ritts. Dabei wird der Segen für Pferde und Reiter, sowie für Haus und Hof erbeten. Diese Segnung ist Ausdruck lebendigen Glaubens und gelebter Tradition.
